Die digitalen Pioniere feie(erte)n 10. Geburtstag #1

Ich kann mich sehr gut daran erinnern: Auf dem Frühstückstisch standen Kerzen, ein großer Kuchen und bestimmt mehr als zehn Geschenke. Ich kam aus dem staunen nicht mehr heraus, meine Mutter hatte sich selbst übertroffen. „Der zehnte Geburtstag ist der erste richtig besondere von ganz vielen in deinem Leben“, sagte sie und ich klatschte in die Hände. Das war 2002.

13 Jahre später feiert das Tech-Magazin t3n den ersten besonderen Geburtstag. Sicherlich feierten sie auch mit Kuchen und zusätzlich dem einen oder anderen Bier, aber das eigentliche Geschenk galt nicht ihnen selbst sondern ihren Lesern. Ich habe mir die Jubiläumsausgabe „10 Jahre t3n“ mit dem Thema „Wachstum mit Werten“ genauer angeschaut und die für die Generation Y wichtigsten Aspekte rausgeschrieben.

Buch-Tipp: Führung braucht Klarheit, Thomas Breyer-Mayländer

-> Wenn es nur an Klarheit fehlen würde, wäre das heutige Führungsproblem schnell gelöst. Aber tatsächlich sind Transparenz, Aufklärung und alles was so zur Klarheit dazu gehört ein guter Anfang, um junge und alte Leute besser anzuführen.

Wachstum mit Werten, von Constantin Alexander

Es geht um das Thema Nachhaltigkeit. Alexander schreibt, dass Nachhaltigkeit kein sonderlich neues Phänomen sei, weil es seinen Ursprung bereits im Jahr 1713 habe. Seit dem 20. Jahrhundert keime es allerdings wieder auf. Interessant dabei ist seine Einteilung in drei Sphären, die uns allen bekannt sein, jedoch in diesem direkten Zusammenhang nicht wirklich verinnerlicht haben dürften.

Die ökologische Sphäre: der Erhalt unseres Planeten

Die soziale Sphäre: der gesellschaftliche Frieden

Die ökonomische Sphäre: das langfristige Wirtschaften

Sie bedingen sich, schreibt Alexander. Er geht auch auf die Frage ein, ob das dauerhafte Berücksichtigen dieser Sphären nicht zu teuer sei? Hier führt er richtig an, dass die ethischen Standards in den vergangenen Jahren wieder gestiegen sind.

Ein gutes Beispiel aus meinem eigenen Umfeld: Primark. Was war das bitte für ein Hype? 2010/ 2011 sind einfach alle in diesen irren Laden gerannt, indem es schlimmer riecht als auf einer Müllverbrennungsanlage. T-Shirts, Pullis, Mützen, Hosen, Schuhe. In Outlet-Stimmung wurde alles in diese riesigen grauen Taschen gestopft. Primark wollte es so richtig groß aufziehen. Das war klar. Und ich habe mich anstecken lassen: Also habe ich mal eine Sonnenbrille oder einen Bikini für 5 Euro gekauft. 5 Euro? Das konnte selbst H&M nicht toppen.

Laut einem dpa-Bericht vom Mai schreibe Primark schwarze Zahlen, was uns nicht wundern dürfte. Günstige Preise ziehen eben und bei den Kids scheint es immer noch trendy zu sein, bei Primark abzuhängen. Immerhin gibt es in meinem Umfeld immer mehr Leute, die auf Qualität statt Preis achten – von Ethik ganz zu schweigen.

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Zurück zur t3n: Wenn es um Nachhaltigkeit geht, findet „Rocket Internet“ inzwischen in fast jedem Text ein Plätzchen. Zu Recht! Rocket ist das erfolgreichste Internetunternehmen Deutschlands und die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei rund fünf Milliarden Euro. t3n-Autor Alexander schreibt jedenfalls, dass Rocket unter anderem durch die hohe Vorfinanzierung ein krasses Wachstum abziele. Ein Wachstum ohne Werte, weshalb im Jahr 2011 30 hochrangige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben. Sie seien nicht länger mit den Produkten und der Führungsmentalität zurechtgekommen.

Da spricht Alexander die soziale Nachhaltigkeit an. Er schreibt, dass aus der sozialen Nachhaltigkeit heraus die Unternehmen versuchen würden, Konflikte zu vermeiden und soziale Systeme zu stärken.

Ich persönlich finde diese Sphäre besonders wichtig. Ein gutes Arbeitsklima, Wohlgefühl und Spaß erhöhen einfach immer das Engagement und den Fleiß, den man an den Tag legt. Erst am Mittwoch hat Steffi Burkhart im Xing-Talk mit einem Gesprächspartner über dieses Thema diskutiert. „Wohlfühlen“ wurde da regelrecht negativ konnotiert, was für mich absolut unverständlich ist.

Trotzdem muss ich eins anmerken: Deutsche streiten nicht gerne. Bei einem Besuch in Italien hat ein deutscher Auswanderer kürzlich gesagt, die Italiener hätten eine viel bessere Streitkultur als wir. Sie würden sich um die Sache streiten und nicht alles gleich persönlich nehmen. Ich finde, er hat (teilweise, es gibt m. S. in beiden Ländern das andere Streiten) recht. Meistens arbeitet man im Team und bei mehreren Personen auf einem thematischen Haufen gibt es mehrere Meinungen. Die gilt es zu bündeln und einen Kompromiss zu schaffen. Leidenschaftliches, aber konstruktives Streiten finde ich daher gut.

Um das Wohlbefinden nochmal aufzugreifen: Spielerische Büroräume, Gesundheitsfürsorge und Co., welche Constantin Alexander als die neuen Trends aufführt, gehören vermutlich zum arbeiten von morgen dazu. Nicht vermutlich: hoffentlich!

Als einen der letzten Punkte greift er die ökologische Nachhaltigkeit auf: Share Economy, Recycling, Green IT. Dass die grünen Technologien vielfältig umgesetzt werden, liest sich auch in einem aktuellen Artikel bei Business On: „Bunt und regenwald-grün mit Ecobookstore“.

Wer dieses t3n-Magazin auf dem Schreibtisch liegen hat, sollte sich die Zeitleiste am Anfang durchlesen. Vielleicht habt ihr eine ähnliche Idee, mit der ihr zu euren Profs gehen wollt 😉

Fortsetzung folgt. 

t3n Magazin
Ausgabe 40
3. Quartal 2015
9,80 Euro

Primär ist der Text bei Steffi Burkhart erschienen.
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