Mädelsabende-Interview: Warum ich Journalistin geworden bin …

… und wie. Zu diesem Thema hat mich Clare für Mädelsabende, einem Instagram-Format des WDR-Senders Frau tv interviewt. Weil ich beruflich eher schreibe und sie eher Filme macht, haben wir zusammen erzählt, auf welchem Wege man heutzutage Journalist*in werden kann.

Wenn ihr mehr über Mädelsabende wissen wollt, folgt Clare und ihren Kolleginnen bei Instagram: @maedelsabende. Wöchentlich gibt es neue Themen, die eine der drei Mädels täglich in der Insta-Story präsentieren. Ich habe mich gefreut, einmal dabei gewesen zu sein.

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Bin ich wirklich frei?

Gemütlich setze ich mich an den Schreibtisch und beantworte E-Mails. Manchmal um 8 Uhr, meist um 9. Die Heizung steht auf 2, frieren geht morgens gar nicht. Kaffee mache ich mit einer French-Press-Maschine, ganz ohne Technik oder Aufschäumer oder Soja und meinen eigenen Namen muss ich mir auch nicht zurufen. So kann man stressfrei in den Tag starten.

Seit Mitte Oktober bin ich wieder Studentin und Selbstständige. Nach einem Jahr Festanstellung genieße ich die Flexibilität, mir meine Zeit frei einzuteilen, aufzustehen, wann ich will (auch wenn ich um 10 Uhr jedes Mal ein schlechtes Gewissen habe) und manchmal donnerstags schon das Wochenende einzuläuten. „Freu dich darüber, das bekommst du nie wieder.“ Diesen Satz habe in der letzten Zeit so oft gehört und ich muss sagen: Das tue ich. Weiterlesen

Die digitalen Pioniere feie(erte)n 10. Geburtstag #1

Ich kann mich sehr gut daran erinnern: Auf dem Frühstückstisch standen Kerzen, ein großer Kuchen und bestimmt mehr als zehn Geschenke. Ich kam aus dem staunen nicht mehr heraus, meine Mutter hatte sich selbst übertroffen. „Der zehnte Geburtstag ist der erste richtig besondere von ganz vielen in deinem Leben“, sagte sie und ich klatschte in die Hände. Das war 2002.

13 Jahre später feiert das Tech-Magazin t3n den ersten besonderen Geburtstag. Sicherlich feierten sie auch mit Kuchen und zusätzlich dem einen oder anderen Bier, aber das eigentliche Geschenk galt nicht ihnen selbst sondern ihren Lesern. Ich habe mir die Jubiläumsausgabe „10 Jahre t3n“ mit dem Thema „Wachstum mit Werten“ genauer angeschaut und die für die Generation Y wichtigsten Aspekte rausgeschrieben.

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Alles fürs Image: BILD, t3n und Buzzfeed bei #Instagram

Tassen, Kaffee, Bücher, Blumen, Smoothies, Titelbilder, Grafiken. Aus der Redaktion oder von unterwegs. Immer mehr deutsche Medien nutzen Instagram. Dabei gibt oft ein Kriterium: Schönheit. Es geht um Positionierung, um Image.

In den USA haben Zeitungen wie das Time Magazine oder die Washington Post bereits mehrere Hunderttausend Follower. In Deutschland bewegen sich die Zahlen durchschnittlich zwischen 200 und 20.000. Die Vogue Deutschland ist mit mehr als 80.000 Followern Instagram-Platzhirsch hierzulande.

Alle posten Fotos. Das ist der Sinn von Instagram. Das Aussehen und der Style eines Fotos ist hier besonders wichtig. Für Privatpersonen, Blogger und Stars gilt es, sich zu inszenieren, Theater zu spielen. Der Feed ist die Bühne. So wie im Theater die Wirklichkeit höchstens nachgestellt wird, so wird bei Instagram getäuscht, getuned und gefiltert. Mimesis 4.0.

Wie soll sich also eine Zeitung oder ein TV-Sender hier positionieren? Ich habe eine Liste gemacht mit den besten #InstaMedien in Deutschland.

1. Update: Das Handelsblatt hatte länger darüber nachgedacht, einen Instagram-Account zu machen, was mich überhaupt nur zu diesem Post inspiriert hat. Jetzt gehört auch das HB zu den #InstaMedien, weshalb das in meiner Liste natürlich nicht fehlen darf.
2. Update: Auf den Wunsch von Marc Biskup habe ich zwei Kanäle des MDR ergänzt.

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Magazin-Journalismus 2.0: sexy und wichtig

Dieser Trend, neuerdings lange Geschichten (wahlweise aktuelle, wahlweise aus den vergangenen Monaten) in einem Magazin gebündelt herauszugeben… also dieser Trend gefällt mir.

Obwohl ich eigentlich viel im Netz unterwegs bin, bei Twitter und Co. erfahre ich von manchen Dingen doch immer noch später als andere. Deshalb war auch die Sonderausgabe der SZ Langstrecke (die, wie ich vermute extrem großartig wird) mit extra Poster schon weg, als ich mir die Magazin-Ausgabe für 25 Euro bestellt habe.

Vier Magazine voller SZ-Geschichten, Reportagen und Essays, Porträts und Fotostrecken (?) für diesen Preis. Das lohnt sich.

Genauso wie das Bookzine von Correctiv, dem investigativen Recherche-Portal von David Schraven (u.a.). Es soll eine Mischung zwischen Buch und Magazin – deshalb der Name Bookzine – sein, mit einer guten Fotostrecke direkt zu Beginn. Jedes Bookzine hat ein Motto. Das von diesem ist Mut.

Was mir am Bookzine gefällt:

  • dass es so riecht, wie meine Schulbücher früher. So müssen Magazine einfach riechen
  • die Fotostrecke von Mike Broodie über die grenzenlos-schäbbige USA
  • die Sticker, die dabei waren (Sticker sind yeah)
  • das Motto, weil es zur aktuellen Nachrichtenlage und der gesellschaftlichen Situation passt
  • die Mischung der Themen

Was mir nicht gefällt:

  • dass die erste Story über multiresistente Keime in Krankenhäusern ist… Krankenhäuser sind bäh. Ich hätte mir eine fancy Geschichte zum Reinlesen gewünscht. Naja, das ist halt nicht Sinn der Sache von Correktiv, fancy zu sein. Investigative Recherche ist eben nicht immer fancy. Wie Journalisten immer sagen: Nicht sexy, aber wichtig.