Was zur Hölle mache ich nach dem Bachelor?

Den Bachelor (fast) in der Tasche, heißt es: Was kommt jetzt? Diese Frage habe ich mir gestellt, weil ich mich einfach nicht entscheiden konnte zwischen Master, Selbstverwirklichung und Co. Ein Problem meiner Generation.

Wenn etwas zu Ende geht, denkt man an den Anfang, heißt es. Oder man denkt daran, wie es um Himmels Willen weitergehen soll. So erging es mir Anfang des Jahres, als ich angefangen habe, meine Bachelorarbeit zu schreiben und so ergeht es vielen jungen Menschen, die den ersten Grad ihrer akademischen Bildung, den Bachelor schon abgeschlossen haben. Drei, vier Jahre gepaukt, für Klausuren gelernt, Hausarbeiten geschrieben und sich mit anstrengenden Dozenten auseinandergesetzt. Und wofür? Dass man ähnlich wie nach dem Abitur nicht weiß, was die Zukunft bringt oder was die Zukunft bringen soll oder was sie bringen kann – als befände man sich in einer Art Limbo, also in einem Schwebezustand.

Es ist wieder einmal das Problem unserer Generation. Wir leben seit jeher nach dem Maßstab, wir könnten den Job unserer Träume an einem beneidenswerten Ort finden, ihn durch Work-Life-Balance mit einer romantischen Liebesbeziehung kombinieren und nebenher die Welt retten. Gleichzeitig ist ständig die Rede von „High Potentials“ oder „Overachievern“, den Leistungsträger*innen unserer Gesellschaft. Das setzt uns unter Druck. Es reicht eben doch nicht, uns nur selbst zu verwirklichen.

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#bpbisrael16: Besuch im Kibbutz

In ganz Israel gibt es rund 270 Kibbutzime. Als wir im Juni 2016 in Israel unterwegs waren, haben wir das Kibbutz Magen (Betonung auf dem e) besucht, das nur wenige Kilometer von Gaza entfernt ist. Sehr spannend war es dort zu sehen, wie die Besucher des Kibbutz‘ trotz der akuten Gefahren, die oft seitens der Terrorgruppe Hamas ausgehen, ihr Leben gestalten. Zwar haben sie an vielen Ecken kleine Betonhäuschen stehen, die vor Bombenangriffen schützen sollen, und einen Raum unter der Erde, in der sich in Krisensituationen die verantwortlichen Personen des Kibbutz‘ beraten – doch es gibt auch einen großen Swimmingpool, Sommerfeste & Co. Das Leben erscheint uns Besuchern, obwohl wir gerade erst den Blick auf Gaza Stadt verdaut haben, in Magen sehr lebenswert.

Der deutsche Leiter Danny Wieler hat uns eine Führung durch den Kibbutz gegeben und uns dabei erzählt, wie sich diese Form der Gemeinschaft entwickelt hat, zum Beispiel wie es mit der Ehe gehandhabt wird (Video).

Barta’a: Das geteilte Dorf in Limboland

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Der Blick auf Barta’a. Foto: Nina Niebergall

Da ist nur ein großer Stein an einem Kreisverkehr. Arabische Schriftzeichen und eine englische Übersetzung erklären: Hier verläuft die Grüne Linie. Kein weiteres Schild, keine Militärs. Grün ist nur das kleine Bäumchen auf dem Kreisverkehr. Seine Blätter sind vertrocknet, die Sonne scheint prall darauf. Es ist heiß an diesem Donnerstag, eigentlich ist es immer heiß.

Bergauf der Straße, die nach Ost-Barta’a führt, stauen sich die Autos, ihre Fahrer unterhalten sich mit ihren Hupen. Abgase vermischen sich mit den Gerüchen von Tabak und vertrocknetem Teer. Die Häuser, die mit maximal zwei Stockwerken die Straße säumen, sehen in den unteren Etagen aus wie Garagen. Die Tore stehen offen, heruntergekommene Läden finden darin ihren Platz. Stromkabel zieren die Auslage genauso wie allerlei Ramsch: Lichterketten, Flipflops, Fußbälle, Kinderspielzeug und Haushaltsgeräte: Es gibt hier nichts, was es in China nicht gibt.

Doch hinter der Szenerie aus Trödel und Staub versteckt sich ein Siebentausendseelendorf, das neben halb eingeschweißten Möbeln und Pistolen aus Plastik vor allem eins zeigt: die Folgen des Konflikts zwischen Israel und Palästina.

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Foto: Christian Vooren

Seit 67 Jahren existiert die Grüne Linie schon, die das 4,3 Quadratkilometer große Dorf zweigeteilt hat. Nach dem Israelischen Unabhängigkeitskrieg im Jahr 1949 wurde sie innerhalb der Friedensgespräche auf Rhodos festgelegt. Bis zum Sechstagekrieg 1967 war die Grenze nicht in praxi. Erst mit der Besetzung des Westjordanlands durch die Israelis wurde die Linie faktisch und das Dorf im Gebiet Wadi Aras zu zwei Dörfern.

Ob denen, die über den Verlauf der Grünen Linie entschieden haben, Barta’a egal war oder ob sie von dem kleinen Städtchen, deren Schicksal sie besiegelt hatten, nur nichts wussten, ist laut Lydia Aisenberg nicht geklärt. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet Aisenberg, die vor 70 Jahren in Großbritannien geboren wurde, für das Seminarzentrum Givat Haviva. Das Zentrum setzt sich für jüdisch-arabisches Zusammenleben in Israel und dem Westjordanland ein.

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Im Gespräch mit Lydia Aisenberg. Foto: Nina Niebergall

Sie habe Freunde auf beiden Seiten, auf der israelischen und der palästinensischen Seite des Dorfes, erzählt sie. Bambi, der Fahrer, hat seinen Bus über die Route 65 gelenkt, die von Hedera nach Megiddo führt, Barta’a liegt 72 Kilometer nördlich von Tel Aviv. Je näher der Bus der Grünen Linie kommt, desto schlechter werden die Straßen und windschiefer die Häuser. Von geordneter, israelischer Bauart ist nichts mehr zu erkennen. Kurz vor der Grenze zu Barta’a reihen sich Hunderte kaputte Autos auf einer Art Parkplatz an- und aufeinander. Hier kommt niemand hin, der sich mit dem Nahost-Konflikt nicht selbst auseinander setzen will.

Seit Barta’a 1967 tatsächlich geteilt wurde und Israel die Kontrolle über das Westjordanland übernommen hatte, gibt es hier zwei Bürgermeister, zwei Behörden und zwei Schulen. In West-Barta’a bekamen die Menschen die israelische Staatsbürgerschaft, im östlichen Teil bekamen sie die jordanische Staatsbürgerschaft. Vor 150 Jahren hatte der Kabha-Klan Barta’a noch mitgegründet, plötzlich war die Familie getrennt. Und nicht nur das: Die einen waren Israelis, die anderen Jordanier.

Heute ist Riad Kabha Bürgermeister von West- und Ghassan Kabha Bürgermeister von Ost-Barta’a. Die Journalistin Agnes Fazekas schreibt in ihrem Buch „Insel ohne Wasser, Vogel ohne Flügel“, Ghassan Kabha sei eigentlich Leiter des Amtes für Jugend und Sport in Nablus, einer kleinen Stadt südlich im Westjordanland. Über seinem Schreibtisch hänge die palästinensische Flagge. In Riad Kabhas Büro stehe die israelische Flagge hinter der Tür. Er verwaltet laut Fazekas zwei Nachbardörfer in Israel.

Fazekas lebt in Tel Aviv, doch sie ist durch das ganze Westjordanland gereist, von Betlehem über Ramallah bis nach Barta’a. Sie habe die andere Seite kennenlernen wollen, die arabische Sicht. Zu Beginn ihres Buches schreibt sie, man könne die politische Betrachtung in Israel nie aus dem Alltag ausklammern.

Selbst der Kebab-Ladenbesitzer Sadah möchte über die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel sprechen. Seinen Laden findet man nur hundert Meter bergauf vom importierten Krempel. Schräg gegenüber stehen Käfige übereinander gestapelt am Straßenrand, Hühner und Hasen teilen sich den engen Platz. Hinter Metallstäben hocken eingepferchte weiße Vögel.

Sadah ist ein Freund von Lydia Aisenberg und wohnt in Ost-Barta’a. Er lächelt breit, aus seinem Laden duften frischer Kebab, gebackenes Brot und Gewürze um die Wette. Sadah würde lieber in West-Barta’a leben. Dort müsse er keine Angst haben, dass ihm oder seiner Familie etwas passiert. Das Leben ist im östlichen Teil des Dorfes sei gefährlich.

Er ist ein glücklich verheirateter Mittvierziger, hat zwei Kinder, einen gut laufenden Kebab-Laden und ein Auto. Doch würde er fliehen, wenn er könnte? Sadah guckt in den Himmel und sagt eher zu sich selbst: „Allah, ja.“ Wieder lächelt er. So paradox wie Sadah und seine Geschichte ist der Konflikt zwischen Palästina und Israel.

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Sadah. Foto: Chantal Schäfer

Bis zur ersten Intifada im Jahr 1987 hatten die meisten Palästinenser zwar widerwillig, aber friedlich in den besetzten Gebieten gelebt. Doch dann kam es zum Aufstand. Bis 1993 sind mehr als 1000 Menschen durch gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee getötet worden. Es kam zu geheimen Verhandlungen zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde PLO und Israel, bekannt unter dem Namen Osloer Friedensprozess.

Frieden gab es keinen. Während der zweiten Intifada, die von 2000 bis 2005 andauerte, kam es regelmäßig zu terroristischen Anschlägen, auch seitens der Hamas. Knapp 5000 Menschen dabei kamen ums Leben. Seitdem ist die Situation mehr als angespannt. Ein Ende der Besetzung ist nicht in Sicht.

Vor allem nicht im „Limboland“. So nennt Lydia Aisenberg den Teil zwischen der Grünen Linie und dem eigentlichen Grenzzaun, der 2003 vom israelischen Militär errichtet wurde. Entlang der Linie, die mitten durch das Dorf Barta’a führt, konnte es schließlich keinen meterhohen Zaun ziehen.

Die Familie Kabha, die im 19. Jahrhundert für Landwirtschaft und Viehzucht nach Barta’a gekommen ist, lebt nun im Westen sicher und ist sozialversichert; der im Osten wohnende Teil ist nicht versichert. Die in West-Barta’a lebenden Menschen können problemlos nach Ost-Barta’a laufen; anders herum geht das nicht.

Hier macht sich der Nahost-Konflikt schon in der Kindheit bemerkbar. Denn in West-Barta’a müssten die Kinder auf eine israelische Schule gehen. Aisenberg sagt, das komme für viele arabische Familien nicht in Frage. In den Schulen ist nämlich Hebräisch die Lehrsprache, zudem werden Jungen und Mädchen zusammen unterrichtet. Viele Kinder gingen deshalb aus dem westlichen Teil in Ost-Barta’a zur Schule.

Am Nachmittag, die Sonne wirft nun einen seitlichen Schatten auf das vertrocknete Bäumchen, das zwischen den Teilen des Dorfes steht, gehen Kinder nach Schulschluss nach Hause. Eine magere Katze mit grauem Fell beobachtet sie. Die Katze sitzt vor einer Garage, in der ein Araber Tabak verkauft. Davor steht ein weißer Plastikstuhl, verlassen. Das ist die Grenze zwischen West- und Ost-Barta’a.

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Ein- und Ausgang zu Barta’a. Foto: Sebastian Ehm

 

It’s cab o’clock

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Die New Yorker und die, die New Yorker sein wollen, laufen nicht gerne. Dafür gibt es mehrere Gründe: Sie sind in rush (mit der subway kommen sie schneller vorwärts), sie wollen den Touristen aus dem Weg gehen (nur Europäer, vor allem Deutsche glauben, sie könnten Amerika zu Fuß bewältigen) oder sie sind einfach faul (mit dem cab fahren ist schließlich sooo bequem).

In den eineinhalb Wochen, die ich im September in dieser wundervollen Stadt verbracht habe, habe ich alle drei Gründer nachvollziehen können – und ich habe mich angepasst. Nicht nach oben gucken oder mitten auf der Straße stehen bleiben, den Sidewalk für die geschäftigen New Yorker freimachen (und ihnen neidisch hinterher starren, weil sie geschäftig in New York sind), höchstens mehr als acht Straßen laufen, wenn es der Unterhaltung dient oder es zu Fuß wirklich schneller geht als per subway.

Am letzten Abend war ich mit einem Wahl-New Yorker unterwegs, der auf der Upper East Side wohnt. Nachdem wir standesgemäß Kuchen für 8 Dollar gegessen haben, musste was Deftiges her. Seine Anlaufstelle dafür: Earls Cheese and Beer, 1259 Park Ave. Den Weg rausgesucht, murmelte er etwas von „20 Straßen“. Da hab‘ ich wild mit dem Kopf geschüttelt. Es hat geregnet, es war kalt und ich wollte mich schließlich wie eine New Yorkerin benehmen. Also hieß es: „It’s cab o’clock.“ So ein cooler Spruch und sowas von New York! I like.

 

#Throwbackthursday: Barcelona 2011

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Meine erste WG, die ersten Wochen in Barcelona, mein erster Nebenjob. Es ist #Throwbackthursday und ich throwe back in den Herbst 2011. Ich war zum ersten Mal richtig weg von zuhause und über mehrere Monate alleine in Barcelona, also in der besten Stadt ever. Ich habe viel Spanisch und Englisch gesprochen, die ersten
neuen Freundschaften nach der Schule geschlossen und mich in kurzer Zeit recht schnell (und bleibend) verändert. Ein paar Monate in Spanien machen gelassener, vor allem wenn man verbissen durchs Abi rennt.

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Und natürlich: Barcelona ist eine Modestadt, das hat sich vor allem auf meinen Kreditkartenrechnungen gezeigt: Zara, Stradivarius, Bershka und von vorn 🙂 Ich wünschte, ich könnte nochmal ein paar Monate in Barcelona verbringen. Vielleicht klappt das ja irgendwann. Bis dahin gibt es Urlaube und Throwbackthursdays.